Was zählt in Deutschland als Ökostrom? Wie wird er hergestellt?


Ökostrom, oft auch Grüner Strom oder Natur Strom genannt, bezeichnet elektrische Energie, die nachhaltig, auf ökologisch Art und Weise aus erneuerbaren Energien produziert wird. Öko Strom verzichtet aus diesem Grund vollständig auf fossile Brennstoffe wie zum Beispiel Kohle und Erdöl sowie auf Kernkraft.

Naturstrom wird unter anderem mit Windkraftanlagen, Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen hergestellt. Insbesondere Photovoltaikanlagen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Eine Photovoltaikanlage ist eine technische Einrichtung, die die Energie der Sonne in Strom umwandelt. Herzstück einer solchen Photovoltaikanlage sind die Photovoltaik-Module, wie man sie auf vielen Dächern oder auch auf dem freien Feld findet und die aus einzelnen Solarzellen, zumeist aus reinem Silizium, bestehen. Der Betreiber einer Photovoltaikanlage hat nun die Möglichekit, diesen Natur Strom nicht nur zum Eigengebrauch zu verwenden, sondern kann seinen Ökostrom auch ins Netz einspeisen. Hierfür erhält er eine Einspeisevergütung auf der Grundlage der „Einspeisevergütung für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen an Gebäuden“ des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000, mit Stand vom Juli 2010. Neben der Erzeugung vom 100 Prozent Öko Strom hat eine Photovoltaikanlage zudem den Vorteil, dass sich durch diese Einspeisevergütung solch eine Anlage auch bei einer kompletten Kreditfinanzierung bereits nach etwa fünfzehn Jahren vollständig refinanziert hat. Photovoltaikanlagen findet man übrigens oft in Kombination mit thermischen Solaranlagen, die Wärme produzieren, die dann für die Erwärmung von Wasser oder als Unterstützung für die Raumheizung genutzt werden kann.

Windenergie

Windkraftanlagen sieht man hierzulande zumeist auf dem flachen Land, vorzugsweise in Norddeutschland. Sie ernten mit einem Rotor die Energie des Windes und wandeln diese in elektrische Energie um. Anschließend wird die Energie direkt ins Stromnetz eingespeist. Zudem gibt es Windkraftanlagen auf dem offenen Meer, sogenannte Offshore-Installationen. Ein Wasserkraftwerk wiederum ist ein Kraftwerk, das die Energie des Wassers in elektrische Energie umwandelt. Hier unterscheidet man unter anderem in Hochdruckkraftwerke mit Talsperren oder Staudämmen, Laufwasserkraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke sowie Gezeiten- und Wellenkraftwerke.

Auch Biomasse zählt zu den regenerativen Energiequellen für die Erzeugung von Öko Strom. Die aus Biomasse gewonnene Energie wird auch Bioenergie genannt. Energiequellen sind dabei nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Holz, das in Biomassekraftwerke oder Biomasseheizwerke verfeuert wird. Andere Ausgangstoffe sind beispielsweise Gülle, Mist oder Pflanzensilage, mit denen in Biogasanlagen sogenanntes Biogas erzeugt wird. Andere typische Ausgangsprodukte sind Reststoffe wie Klärschlamm, Bio- und Speiseabfälle. In der Kritik stehen Biogasanlagen, in der eigens dafür produzierte Biomasse vergoren wird, wie etwa Raps, Soja oder Sonnenblumen.

Naturstrom – Die grüne Alternative

Zu den ökologischen Energiequellen zählt ferner die Erdwärme. Auch hier ist, insbesondere bei privaten Bauherren, ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Erdwärme als Naturstrom wird auch als Geothermie bezeichnet. Erdwärme kann zur Erzeugung von elektrischem Strom oder im Rahmen einer Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden. Erdwärme kann aber auch direkt zu Heiz- oder Kühlungszwecken zum Einsatz kommen. Typisches Beispiel für die Nutzung von Erdwärme ist die Wärmepumpenheizung, die der Erde, dem Grundwasser und der Luft Wärmeenergie entzieht, mit der dann die Räume je nach Bedarf beheizt oder gekühlt werden. Diese Heizungen findet man heutzutage immer häufiger bei neugebauten Einfamilienhäusern.

Im weiteren Sinne sprechen einige Energiekonzerne auch bei Strom, der in Kraft-Wärme-gekoppelten, gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und in Kraft-Wärme-gekoppelte Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken hergestellt wird von Ökostrom. Bekannte Gegenbegriffe zu Naturstrom sind konventionell erzeugter Strom aus fossilen und atomaren Energiequellen und sogenannter Graustrom für Strom mit unbekannter Herkunft. Ökostrom meint ferner auch den Verzicht auf sogenannte Mammutprojekte, auch wenn sie im eigentlichen Sinne ökologische Energiequellen wie Wasserkraft nutzen. Strom, wie er beispielsweise im größten Wasserkraftwerk der Welt am Drei-Schluchten-Damm in China hergestellt wird, ist kein Öko Strom.

Spätestens seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima im dortigen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi im März 2011 findet bei den meisten Verbrauchern ein Umdenken statt. Sie wechselten in den letzten Monaten verstärkt zu Stromversorgern, die nur Natur Strom aus umweltfreundlichen Energiequellen anbieten. Auch politisch sind die Signale gesetzt. Zuletzt beschloss die Bundesregierung im Rahmen des „13. Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes“ eine Energiewende, die den Atomausstieg beschleunigen soll. Demnach soll im Jahr 2022 das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet werden.
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